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Information: „Flüsterasphalt“ – was ist das?

Peter Hettlich
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Mitglied des Ausschusses für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Sprecher der Arbeitsgruppe Ost
Verkehr · Bauen · Wohnen VBW 01/05
 
Information: „Flüsterasphalt“
Stand: 21. Februar 2005
 
1. „Flüsterasphalt“ – was ist das?
Häufig fordern Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Kommunalpolitiker die Verwendung von „Flüsterasphalt“ auf Ortsdurchfahrten oder siedlungsnahen Straßen.
 
Offenporiger Asphalt (OPA) – das ist der terminus technicus für so genannten Flüsterasphalt. Vor 45 Jahren wurde OPA in den USA für Flugplätze entwickelt, damit Niederschlag schnell von der Asphaltoberfläche ablaufen bzw. versickern kann. Aus diesem Grund wird dieser Asphalt auch Dränasphalt genannt.
 
Während die Antriebs- und Innengeräusche von Fahrzeugen kontinuierlich sinken, steigt die Lärmbelastung durch Reifen-Fahrbahngeräusche. Gründe sind höhere Verkehrsmengen und Geschwindigkeiten sowie härtere und breitere Reifen.
 
Als eine Antwort auf die Forderung nach lärmmindernden Maßnahmen im Straßenverkehr wurde in den 80er Jahren Dränasphalt zu „Flüsterasphalt“ weiterentwickelt. Asphalt besteht aus Split-Körnern, die mit Bitumen verbunden sind. Je nach Korngrößen entstehen Hohlräume und Poren.
 
OPA besitzt besonders viele, von außen zugängliche Poren und einen hohen Hohlraumgehalt von bis zu 27%. Das Reduktionspotenzial von lärmmindernden Fahrbahndecken beträgt 5 bis 10 dB(A). Damit kann der Geräuscheindruck halbiert werden. Diese Lärmreduktion beruht einerseits auf einer Senkung des so genannten „Air-Pumping-Effekts“ andererseits auf einer hohen Absorptionswirkung für Schall.

2. Wo wird Flüsterasphalt verwendet?
OPA ist vergleichsweise kostenintensiv, muss in besonderer Weise gepflegt und unterhalten werden. Der Einsatz von OPA wurde lange Zeit restriktiv gehandhabt. Daher schätzt die Bundesregierung die Länge der Bundesfernstraßen mit OPA auf nur 250 Kilometer.(1)
 
Bislang wurde OPA auf schnell befahrenen Straßen, insbesondere Autobahnen, eingesetzt. Die Bundesregierung begründet dies damit, dass die Effektivität von der Geschwindigkeit abhinge; bei langsam befahrenen Straßen würde die Geräuschbelastung wesentlich stärker durch den Antrieb erzeugt. Allerdings beweisen neueste wissenschaftliche Untersuchungen bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten die lärmreduzierende Wirkung von OPA.(2)
 
Bewegung in die Diskussion um die Verwendung kommt durch das Allgemeine Rundschreiben Straßenbau Nr. 8/2004 des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) an die Obersten Straßenbaubehörden der Länder vom 18. Oktober 2004 (siehe Anlage). Darin werden die Verwendungsmöglichkeiten
konkretisiert und erweitert, obwohl die Bestimmungen immer noch vergleichsweise restriktiv sind. Die Forderungen von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und Kommunalpolitikern nach einem stärkeren Einsatz von „Flüsterasphalt“ auf Bundesfernstraßen inkl. Autobahnen sollten sich daher an diesem Rundschreiben orientieren.

1) vgl. Bundestagsdrucksache 15/3290 vom 14. Juni 2004
2) vgl. Ennes Sarradj, TU Dresden, Institut für Akustik und Sprachkommunikation: Absorbertheorien für offenporigen Belag


Anlage:
Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 8/2004 des BMVBW vom 20. Dezember 2004 [hier lesen als *pdf]

[Den obigen Beitrag als *pdf downloaden.]

 
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