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"Jobmaschine Straßenbau"

01. Oktober 2004
Keine unerfüllbaren Hoffnungen auf den Straßenbau in den neuen Bundesländern!

Zur Veröffentlichung der Studie „Jobmaschine Straßenbau?“ erklärt Peter Hettlich, Sprecher der Arbeitsgruppe Ost von Bündnis 90/Die Grünen:

Es gibt keinen nachweisbaren wirtschaftlichen Aufschwung durch Straßenbau in Ostdeutschland. Dies ergaben eine Auswertung aktueller wissenschaftlicher Studien sowie eigene Untersuchungen.

Die andauernd hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern, ungenaue Förderprogramme im Osten und ein angespannter Verkehrshaushalt sind seit langem Schwerpunkte der politischen Diskussion. Bislang galt als selbstverständlich, dass Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur eine wirtschaftliche Belebung hervorrufen. Dieser „Glaubensgrundsatz“ muss aus volkswirtschaftlichen, haushalterischen und ökologischen Gründen hinterfragt werden.

Die Auswertung aktueller Studien zeigt, dass kein nachweisbarer empirischer Zusammenhang zwischen Verkehrsinfrastrukturinvestitionen und wirtschaftlicher Entwicklung in den neuen Bundesländern besteht. Mit dem Bau neuer Straßen können wir nicht automatisch die Arbeitslosigkeit senken, das Bruttoinlandprodukt steigern oder die Gewerbeentwicklung in ostdeutschen Regionen vorantreiben. Mitunter werden sogar negative Entwicklungen durch den Autobahnbau festgestellt. Der Bau von Autobahnen hat teilweise zu Verlagerungen von Gewerbestandorten innerhalb von Regionen geführt. Die beabsichtigte Ansiedlung neuen Gewerbes ist jedoch oft gescheitert.

Es besteht kein Zweifel, dass die Verkehrsanbindung ein wichtiger Standortfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region ist. Für die Neuansiedlung von Gewerbe sind jedoch zahlreiche weitere Standortfaktoren entscheidend. Im Osten wurde der Verkehrsanbindung ein zu starkes Gewicht beigemessen, andere Faktoren jedoch vernachlässigt. Die stärkere Förderung und Vernetzung von Forschungseinrichtungen und die Verbesserung der Bedingungen für Unternehmen müssen zukünftig ein stärkeres Gewicht in der Bundespolitik gewinnen.

 

"JOBMASCHINE STRASSENBAU"
Standortwirkungen von Verkehrsinfrastruktur-
investitionen in Ostdeutschland am Beispiel des Autobahnbaus


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