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PM vom 09.04.2004
Falsche Zahlen sind ein schlechtes Fundament
Keinen Ausbau der Elbe in Deutschland und Tschechien!
Der Sächsische Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich (Bündnis
90/Die Grünen) teilt dem tschechischen Premierminister Spidla,
Verkehrsminister Simonovsky und Umweltminister Ambrozek mit Briefen
vom 8. April 2004 seine schwerwiegenden Bedenken gegen den geplanten
Staustufenbau in der Elbe mit:
Die dem tschechischen Verkehrsministerium von der deutschen Seite
zugesicherten Fahrrinnentiefen der deutschen Elbe weichen von
der Realität erheblich ab.
In einem Protokoll der 24. Sitzung der Gemischten Kommission für
Binnenschifffahrt (Tschechische Republik und Bundesrepublik Deutschland)
am 19. - 20. November 2003 wird zugesichert, dass die Elbe in
Deutschland nahezu ganzjährig mit 1,60m Tiefe schiffbar sei.
Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Befahrbarkeit der Elbe
in Tschechien sehr viel schlechter sei und mit Staustufen ausgebaut
werden müsse. Nach vorliegenden amtlichen Zahlen weist die
Elbe in Deutschland im Durchschnitt an 100 Tagen eine geringere
Tiefe als 1,60 m auf. In Trockenjahren, wie im Jahr 2000, wird
diese Mindesttiefe von 1,60 m sogar an 250 Tagen unterschritten.
Die Ursache für die geringen Fahrrinnentiefe ist vor allem
der Wassermangel, der sich durch den Klimawandel offenbar verschärft.
Durch Unterhaltungsmaßnahmen kann dieses Wasserdefizit nicht
gedeckt werden.
Am kommenden Mittwoch soll das Tschechische Kabinett über
den Bau der Staustufen in der Elbe endgültig entscheiden.
Eine Entscheidung für den Staustufenbau wäre eine folgenschwere
Fehlinvestition auf falscher Datengrundlage.
Für Rückfragen steht Rüdiger Herzog, wissenschaftlicher
Mitarbeiter, unter der Tel.- Nr. 0172/6955569 zur Verfügung.
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